Der AFV- Graz hat für das Fischereijahr 2018 mit einigen Neuerungen aufhören lassen innerhalb der Mitglieder. Nicht zur Zufriedenheit jedes Fischers und jeder Fischerin. Es geht um neue Bestimmungen in der Fischereiordnung hinsichtlich der Verwendung von Kescher und Abhakmatte. Vor allem die Flussfischer sind gespalten. Wir haben uns umgehört.

Neben einigen, von den Vereinsmitgliedern durchwegs positiv aufgenommenen Änderungen (z.B. Während der Sommermonate Juni bis Oktober Erlaubnis zum täglichen Nachtfischen an den stehenden Gewässern Roman-Gallin See und Lannacher Weiher; Verbot von „Boga-Grip“ bzw. Lip-Grips), sorgen derzeit die beiden Punkte bezüglich Kescher und Abhakmatte für Diskussionsstoff. Konkret geht es um diese Wortlaute:

 

  • Es besteht für alle eine Kescher-Mitführ- u. Verwendungspflicht bei Ausübung d. Fischerei! (Einzige Ausnahme: Bei aktiver Ausübung der Watangelei = Angler bewegt sich im Wasser und versorgt gefangene Fische im Wasser)
  • Es besteht für alle eine Abhakmatten-Mitführ- u. Verwendungspflicht bei Ausübung d. Fischerei! (Einzige Ausnahme: Bei aktiver Ausübung der Watangelei = Angler bewegt sich im Wasser und versorgt gefangene Fische im Wasser)

 

Klingt logisch, klingt gut, oder? Warum dann Diskussionen um eine Abhakmatte?

„Seit Jahreswechsel habe ich, in Ausübung meiner Kontrolltätigkeit als beeideter Fischereiaufseher, laufend angeregte Gespräche mit Flussfischern wegen der Abhakmatten“, berichtet ein Aufsichtsorgan. Vor allem die älteren Mitglieder verstünden nicht, warum sie plötzlich „so viel Klumpat“ mitschleppen sollten, „es ist immer schon ohne gegangen“ lauten da die Argumentationen.

Von uns befragte Huchenfischer der jüngeren Generation haben dafür wenig Verständnis. Rene Piuk (Inhaber des Fischerstüberl Graz und langjähriger Huchenfischer): „Für mich ist das selbstverständlich, dass ich einen Kescher in an Huchen angepasster Größe und eine Abhakmatte dabeihabe, wenn ich an die Mur gehe. Das wiegt doch nichts, stört nicht, wenn ich es neben hinlege, hilft mir aber und schützt den Fisch umso mehr.“

Abhakmatte – Da gibt´s keine Ausreden!

Auch der Spinfischer Muhamed Omerovic stößt ins selbe Horn. „Ich fische so, dass ich den Fisch direkt in seinem Element versorgen kann, ohne ihn überhaupt aus dem Wasser zu heben. Sollte das an dem Angelplatz nicht möglich sein, dann sind Kescher und Matte stets dabei. Immerhin weiß ich doch vorher schon, an welchen Plätzen ich fischen werde und wie der Platz beschaffen ist. Da gibt´s keine Ausreden.“

Der befragte AFV-Aufseher – selbst Fliegenfischer und Spinfischer – kann den Ausreden mancher Kollegen nichts abgewinnen und lässt diese auch nicht gelten. Er selbst wäre nahezu immer mit Wathose am Wasser. „Das gibt mir nicht nur die Möglichkeit gefangene Fische direkt im Wasser zu versorgen, sondern zudem auch den Bonus, dass ich vielfältiger in der Platzwahl bin. Völlig egal, ob mit Spin- oder Fliegenrute. Außerdem: Betonmauern, Steine und selbst Gras erhitzen sich im Sommer auf hohe Temperaturen. Wenn ich da einen Fisch hinlege, hilft auch der nasse Kescher nichts – die Haut verbrennt förmlich. Auch schlagen sich die Fische oftmals um sich und verletzen sich dabei zum Teil schwer im Kopfbereich. Das geht heutzutage einfach nicht mehr!“

Tipps & Empfehlungen

Weitere zum Thema Abhakmatte befragte Fischer haben sich mit der Thematik noch nicht genauer auseinandergesetzt, verstünden die neuen Vorschriften aber Großteils. Daher nachstehend noch einige Tipps im Umgang mit Kescher und Abhakmatte:

Kescher:

  1. Kescher sollten keine großen, geknoteten Maschen haben.
  2. Am besten wären gummierte Kescher, wie es sie für Fliegenfischer breits zu Hauf gibt.
  3. Die Keschergröße muss an den Zielfisch angepasst sein. Mit Fliegenkescher in Forellengröße wird man beim winterlichen Huchenfischen wenig ausrichten können.
  4. Faltbare Kescher mit Auszieh-Stange bieten die größte Flexibilität bei wenig Transportvolumen.

Abhakmatte:

  1. Die Matte sollte stets nass gehalten werden.
  2. Aber Achtung: Im Sommer erhitzt sich bzw. im Winter gefriert auch eine Abhakmatte, daher vor dem Ablegen des Fanges immer frisch ins Wasser tauchen oder frisches Wasser darüber gießen.
  3. Auch bei der Abhakmatte ist die Größe Thema.
  4. Faltbare Abhakmatten wiegen nichts und können auch platzsparend transportiert werden.

Allgemein:

  1. Ein Müllsack im Auto hilft ungemein beim Transport nach dem Gebrauch von Kescher und Abhakmatte.
  2. Kescher und Matte zu Hause am besten aufhängen und lufttrocknen lassen.
  3. In regelmäßigen Abständen müssen Kescher und Abhakmatte desinfiziert werden, um der Verbreitung von Krankheiten zwischen Gewässern vorzubeugen.

Nachstehend noch einige Beispiele für dementsprechendes Equipment:

7 Kommentare
  1. Peter Raimann sagte:

    Hallo Zusamen!
    Das ist absolut richtig. Ich verstehe auch , wenn man „Traditionalisten“ erst überzeugen muss, gut zureden, etc. … . Mit ein bisserl Selbstreflexion sollte es aber möglich sein einzusehen, dass es sich nur um längst überfällige Waidgerechtigkeit und nicht um erratische Fischereiordnungs-Änderungen handelt. Wer das mit eine bisserl Hilfe und Zureden nicht nachhaltig (ein)sehen kann, sollte das Fischen eher bleiben lassen.

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  2. Helmut sagte:

    Endlich nimmt der Verein einmal Verbesserungsvorschläge an.
    2011 wurde der Abhakmatten Vorschlag belächelt und mit Blödsinn vom Tisch gewischt.
    Soll mir ein Flussfischer einmal zeigen wie schonend er mit seinem Fang umgeht wenn er an der betonierten Staumauer angelt!?

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    • Markus sagte:

      Verbesserungsvorschläge sind immer willkommen und wurden auch in der Vergangenheit gehört! In diesem Fall wurde jedoch nicht nur ein Vorschlag auf verbalem Wege transportiert, sondern bereits im Sommer ein schriftlicher Antrag an den Vorstand gestellt. Und siehe da, auf offiziellem Wege hat es – nach Abwägung aller Vor- und Nachteile – dann doch gut funktioniert. 😉
      Kommt halt auch noch dazu, dass es nach Vereinsrecht nicht so leicht ist, mal mitten in einer Periode die Statuten und Richtlinien zu ändern.

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    • Tscharlie sagte:

      Genau! Gerade an oft steilen Flussufer-Abhängen gestaltet sich die weidgerechte Versorgung des Fanges schwierig. Je nach Gefälle des Abhanges drohen die Fische abzurutschen und sich an Steinen etc. zu verletzen. Die speziell konstruierten Abhangmatten ermöglichen mit ihren verstellbaren Füssen eine waagrechte Ausrichtung zur Lagerung der Fische. Die überdies angebrachten seitlichen Schutzwände verhindern wirkungsvoll das herausrutschen der Fische. Und mit den zusätzlichen Haltegriffen am Oberteil der Abhangmatten lassen sich die Fische gesichert und problemlos den Abhang hinuntertragen und wieder zurücksetzen.
      Daher auch von mir ein klares JA zur Abhangmatte!

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      • Mein Name sagte:

        @ Abhangmatten: auch von mir ein glasklares JAWOLL dazu – aber nur mit Dosen-Libelle! Dann können Sie JA auch besser gehältert/gelagert werden ohne herauszurutschen.

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