Fischereiverein unter Verdacht: Fischsterben wissentlich verursacht

Eine ganz und gar skurrile Geschichte erreichte uns aus der Gemeinde Vasoldsberg in der Steiermark. Dort steht ein Fischereiverein unter Verdacht ein Fischsterben wissentlich verursacht zu haben.

Wie die lokale Ausgabe einer Tageszeitung berichtet, gibt es zu diesem Fall auch eine längere Vorgeschichte. So handelt es sich bei dem betroffenen Teich um ein Pachtgewässer. Aktueller Pächter ist der lokale Tierschutzverein Purzel & Vicky, der in der Gemeinde Vasoldsberg ein Tierschutzheim und einen Gnadenhof betreibt. Den Teich habe man nun angepachtet, um für die zu betreuenden Enten und andere Wasservögel ein Gewässer zur Verfügung stellen zu können. Guter Gedanke.

Nun kam aber der Umstand zu tragen, dass es sich bei dem Vorpächter des Teiches um einen lokalen Fischereiverein bzw. Fischerstammtisch handelte. Soweit nicht aufregend. Im Zuge der Übernahme wurde dieser Fischereiverein nun von Purzel & Vicky über mehrere Jahre hinweg gebeten, die Fische – die ja noch der Fischereiverein eingebracht hatte – schonend abzufischen und umzusiedeln. Dezidiert wurde seitens des Tierschutzvereines untersagt, das Wasser des Teiches abzulassen. Auch noch nicht aufregend.

Skurril: Fischereiverein unter Verdacht

Kürzlich musste die Betreiberin des Tierschutzvereines jedoch mit Schrecken feststellen, dass der Teich komplett ausgelassen war. Die Folge: Tausende tote Fische! 
Da es sich bei dem Gewässer offenbar um einen Himmelteich ohne Zulauf handelt, dauert es nun wahrscheinlich Jahre, bis dieser wieder mit Wasser gefüllt ist. Auch bitter für die Enten, die eigentlich ihre neue Heimat beziehen sollten. Auf mediale Nachfrage beim Obmann des Fischereivereines bestätigte dieser, die Vereinsmitglieder hätten das Wasser abgelassen und gab auch zu, dies wäre gegen den Willen des neuen Pächters geschehen. Warum denn nun so viele Fische ohne Wasser verendet wären, könne er sich nicht erklären. Zumal der Fischereiverein „ja eh“ abgefischt hätte. Was bleibt ist ein leerer Teich, Fische, die im Biomüll landen, Enten ohne Wasser und ein schaler Beigeschmack.

Man sieht also… Selbst wenn es keine Prädatoren (wie Kormoran, Fischotter, Gänsesäger, Reiher), keine Gewässerverschmutzung oder dubiose durch Kraftwerksbauten hervorgerufene Flussverbauten gäbe, schaffen wir es in der Fischerei oftmals selbst, uns ein Bein zu stellen.

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