Fischsterben: Gefahr durch Hitzewelle

Temperaturen jenseits der 35 Grad Celsius, niedrige Wasserstände, wochenlange Trockenheit und Flussverbau bringen die Fischbestände in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktuell schwer in Bedrängnis. Aus einigen Regionen wird bereits großflächiges Fischsterben gemeldet.

Wenn selbst große deutschsprachige Tageszeitungen und Online-Portale über Fische berichten, ist es leider selten positiv – so auch diesmal nicht. Durch die aktuelle Hitzewelle in Deutschland und Teilen Österreichs und der Schweiz herrscht eine akute Bedrohungslage für die heimischen Fische. Vor allem Salmoniden wie Forellen, Huchen und Äschen sind auf niedrigere Wassertemperaturen angewiesen und akut gefährdet. So berichten selbst die deutsche ZEIT und der Schweizer BLICK von einem großflächigen Fischsterben im Rhein.

Auf der Schweizer Seite des Rheins sind Berichten zufolge bereits zig Tausende Fische verendet, teilte der Schweizer Fischereiverband mit. Allein am Wochenende wurde von den Zuständigen wieder rund eine Tonne toter Fische eingesammelt. Die betroffenen Fische – hier vor allem Äschen – gehören zu den Salmoniden und sind auf niedrige Wassertemperaturen angewiesen. Alles über 23 Grad Celsius kann gefährlich werden. In Teilen des Rheins wurden aber bereits Wassertemperaturen von 27 Grad und mehr gemessen – der sichere Tod!

Schweizer Medien berichten sogar, dass die dortigen Fischereibeauftragten ein Massensterben in ganz großem Ausmaß befürchten. So gäbe es eben gerade im Rhein um im Bodensee akute Probleme, da bei diesen Gewässern – im Bodensee wurde auch bereits eine Durchschnittstemperatur von 24 Grad gemessen – keinerlei Möglichkeit besteht, die Fische im Rahmen einer Rettungsaktion abzufischen. „Anders als im Mittelland, wo wir in Bächen und kleineren Flüssen die Möglichkeit haben, bedrohte Arten abzufischen und in kühlere Gewässer umzusiedeln, fehlt uns diese Möglichkeit im Rhein und Bodensee“, so Philipp Sicher, Geschäftsleiter des Schweizerischen Fischerei-Verbandes SFV zu BLICK.ch.

Alarmplan gegen Fischsterben

Auch in Österreich nimmt man sich des Problem an. So wurde in Niederösterreich zum Beispiel ein Alarmplan entwickelt, der den Fischen im Fall des Falles das Leben retten sollte. Im Sommer 2015 kam es durch eine ausgeprägte Hitze- und Trockenperiode in mehreren Gewässern Niederösterreichs zu Fischsterben. Das Land NÖ und der NÖ Landesfischereiverband haben aufbauend auf den Erfahrungen dieses Sommers einen gemeinsamen Alarmplan entwickelt, um kritische Situationen möglichst frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Wichtige Grundlage ist die Oline-Messung der Wassertemperatur an rund 50 Messstellen. Werden an einer Messstelle Warn- bzw. Alarmwerte erreicht, erfolgt eine Verständigung des NÖ Landesfischereiverbandes und der örtlichen Fischereiaufseher. Damit kann die Situation vor Ort rasch geprüft und mögliche Maßnahmen (wie z.B. eine Erhöhung der Wasserabgabe bei Wasserkraftanlagen oder eine Rettung des Fischbestandes) eingeleitet werden.

Allen gemein bleibt aber die Hoffnung auf einen bald einsetzenden Wetterumschwung und reichlich Niederschlag, damit die Gewässer wieder um ein paar Grade abkühlen. Übrigens: Für Karpfen und andere Teichfische sind 27 Grad Wassertemperatur kein Problem, lediglich ist auf die Einbringung von Sauerstoff durch z.B. Pumpen oder Luftausströmer zu achten – auch im Gartenteich!

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