Kainach-Finanzierung geht in die Endrunde

Einem Sprichwort zufolge kann man sich – ohne kalte Füße zu bekommen – nur so weit ausstrecken, wie die Länge der Decke dies erlaubt. Erfreuliches in finanzieller Hinsicht gibt es für die kommende Saison 2015 zu berichten.

Als im Jahre 1999 die damalige Inhaberin des Kainach-Fischereirechtes an unserer heutigen Vereinsstrecke mit ihrem Vorhaben, das genannte Fischereirecht verkaufen zu wollen, an die Öffentlichkeit ging, war man im AFV-GRAZ natürlich hellhörig geworden. Ein Fischereirecht an einem Salmonidenfluss, nicht allzu weit von Graz entfernt, an die 11,5 km lang. Diese Eckdaten sorgten beim Vereinsvorstand vorübergehend für schlaflose Nächte. Unserem Leitbild entsprechend, zielt unsere Vereinspolitik darauf ab, unseren Mitgliedern vielfältige und kostengünstige Möglichkeiten zur Ausübung der Fischerei zu Verfügung zu stellen. Also machte man sich daran, Kontaktgespräche und auch Verhandlungen über den Preis zu absolvieren.

Gleich vorweg, so ein Fischereirecht hat einen mehr als stolzen Preis, den man sich auch als größter steirischer Fischereiverein nicht so einfach leisten kann. Mit der STEWEAG/STEG, die ebenfalls an einem Kauf interessiert war, konnte man schließlich einen Partner finden, der gemeinsam mit uns den Kauf zu gleichen Anteilen durchführte. Die von der STEWEAG/STEG angekauften Anteile am Fischereirecht wurden in den folgenden Jahren von uns gepachtet, um zu verhindern, dass andere als der AFV-GRAZ diesen schönen Salmonidenfluss bewirtschaften. Der Vertrag mit der STEWEAG/STEG beinhaltete auch noch unser Vorkaufsrecht für ihre Anteile. Auf Grund erheblicher Rücklagen konnte sich
der AFV-GRAZ den Ankauf dieses „halben“ Fischereirechts mehr oder weniger gut leisten. Nach einigen Jahren war die STEWEAG/STEG schließlich dazu bereit, ihr „halbes“ Kainach-Fischereirecht an den AFV-GRAZ zu verkaufen. Da man es seitens des Vereines unter keinen Umständen zulassen wollte, dass das angeführte Fischereirecht für alle Zeit in fremde Hände fällt, wurde unsere Hausbank zu Rate gezogen. Gemeinsam wurde ein Finanzplan ausgearbeitet, der auf Grund guter Konditionen annehmbar war. Entscheidend für diesen Schritt war auch, dass man ein derartiges Fischereirecht – falls überhaupt – kein zweites Mal zu einem leistbaren Preis angeboten bekommen würde. Auf diese Weise kam es zum Erwerb der zweiten Hälfte des Fischereirechtes. Der Finanzplan sah eine Rückzahlung des Kredites bis einschließlich 2018 vor und sollte ohne an die Substanz zu gehen, leicht getilgt werden können. Zahlreiche Schadenersatzzahlungen, wie sie bei baulichen Eingriffen an unseren Fischgewässern immer wieder von unseren Verantwortlichen ausverhandelt werden, ermöglichten es, teilweise höhere Beträge an die Bank zurückzuzahlen. Hier ist es unserem damaligen Kassier und heutigen Obmann Klaus Jürgen Rudowsky
zu verdanken, dass durch sehr umsichtiges und verantwortungsvolles Vorgehen viel an Zinsen gespart werden konnte. Nun kommt die Rückzahlung des Kredites in die Endrunde. Mit dem großartigen Erfolg, den Finanzplan um zwei Jahre zu unterschreiten, werden die beiden letzten Raten 2015 und 2016 zurückbezahlt. Diese sind nun erheblich geringer, als jene in den letzten Jahren geleisteten. Auf Grund dieser Vorgangsweise kann dem immensen Fraßdruck der zahlreichen Prädatoren etwas entgegengewirkt werden und in den beiden kommenden Jahren das Budget für Besatzmaßnahmen um jährlich etwa 15.000 Euro(!) gesteigert werden. Ab 2017 ist der AFV-GRAZ dann wieder völlig frei von Verbindlichkeiten und kann sich mit seinen Mitgliedern auf eine möglichst fischereilich stressfreie Zukunft freuen – und dies, ohne sich „kalte Füße geholt zu haben“.

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