Lizenzpreise auf dem Prüfstand

Der AFV-Graz bietet auf Grund seiner bunten Palette verschiedenartiger Reviere eine sehr abwechslungsreiche Fischerei. Wie aber sieht es mit dem Preis-Leistungsverhältnis aus? Ein Vergleich mit fremden Revieren bringt eine Annäherung an diese Antwort. recherchiert von Walter Maderer

In der aktuellen Saison kostet eine „Generalkarte“, also eine Lizenz zur Ausübung der Fischerei in allen Revieren des AFV-Graz 473,40 Euro. Zugegeben, das ist ein Betrag, der von Alleinverdienern oder Pensionisten nicht unbedingt leicht aufgebracht werden kann. Wenn man aber bedenkt, dass dem Lizenznehmer damit über 170 Kilometer Fließgewässer, darunter ein sehr gutes Huchen-Revier und drei stehende Gewässer von insgesamt rund 18 Hektar Wasserfläche zur Verfügung stehen, relativiert sich dieser Preis. Dank der Lizenz-Splittung ist es dem Lizenznehmer auch möglich, nicht gewünschte Reviere einfach wegzulassen und dadurch Geld zu sparen. Jugendliche, Studenten und Familien kommen überdies in den Genuss einer Ermäßigung.

Der Roman Gallin See bietet eine herrliche Kulisse während man auf Großkarpfen, Kois oder Welse ansitzt. ©Markus Griesangerl

Der Roman Gallin See bietet eine herrliche Kulisse während man auf Großkarpfen, Kois oder Welse ansitzt. ©Markus Griesangerl

Das Preis-Leistungsverhältnis des AFV-Graz zu schätzen lernt man vielleicht auch, wenn man etwas über seine Grenzen hinausblickt. Als kleinen Querschnitt für einen möglichen Vergleich jenes Verhältnisses haben wir mehrere Reviere aus drei steirischen Bezirken unter die Lupe genommen, wobei wir auf Nennung der Gewässer-Namen wohlüberlegt verzichtet haben. Die hier veröffentlichten Daten entstammen öffentlicher Quellen (Internet).

Bezirk Graz Umgebung
Die Fischereilizenz für einen Baggersee in Graz-Umgebung kostete im Vorjahr bei Kauf einer Jahreskarte 315 Euro. Ein fairer Preis, zumal man als Angler in den Sommermonaten seine Idylle ab und zu mit Badegästen teilt. Dafür aber hat man ein kulturelles Rahmenprogramm in Form von Konzerten quasi frei Haus. Wenn man über dies jedoch hinwegsieht, könnte in Ausnahmefällen ein kapitaler Fang gelandet werden.
Beim nächsten Gewässer handelt es sich um einen knapp fünf Hektar großen See, der seit Generationen der Grazer Bevölkerung als Naherholungsgebiet dient. Im Sommer zum Baden, im Winter zum Eislaufen, eigentlich immer zum Spazierengehen ist dieser See von April bis Mitte November auch für die Fischerei geöffnet. Die Saisonkarte für 2015 kostet 260 Euro. Über den Fischbestand lässt sich nur mutmaßen, aber Erzählungen am Wasser zufolge, könne man von Aal bis Zander alles fangen, jedoch wird der Bestand als „ausbaufähig“ bezeichnet.
In einer hübschen Teichanlage in einem bekannten Wald südlich von Graz gibt es drei Teiche, die für die Angelfischerei freigegeben sind. Zwölf Stunden Angeln am größten dieser Teiche kostet hier 40 Euro, dies mit bis zu drei Ruten. Unter anderem können hier angeblich Störe mit bis zu 70 kg an die Angel gehen – von einer Entnahme-Möglichkeit ist zumindest auf der Website nicht die Rede. Eine Saisonkarte für einen weiteren, eher kleinen Teich desselben Anbieters, kostet inklusive Entnahmemöglichkeit 230 Euro. Es besteht auch noch die Möglichkeit an einem dritten Teich gezielt auf Wels (50 Euro pro Tag) oder Hecht (35 Euro pro Tag) zu fischen – über eine Entnahme konnte auch hier auf der Website nichts in Erfahrung gebracht werden.

Bezirk Voitsberg
Einen gepflegten 2,5 Hektar großen Teich im Naherholungsgebiet einer Stadt kann man um jährlich 300 Euro befischen. Von Mitte März bis Mitte November geöffnet, besteht auch die Möglichkeit, acht Karpfen und acht Zander zu entnehmen.
Urbanes Fliegenfischen an einem rund fünf Kilometer langen Abschnitt eines Salmoniden-Gewässers belastet das Portmonee mit 40 Euro am Tag oder mit 400 Euro für das ganze Jahr.
Der Bewirtschafter einer etwa 60 Hektar großen Talsperre veranschlagt heuer 390 Euro für eine Jahreslizenz, Tageskartenfischer haben mit 25 Euro zu kalkulieren.

Der Gralla Weiher ist mit seiner idyllischen Lage ein wahrer Augenschmaus. Geübte Angler haben hier große Chancen auf einen Kapitalen. © Walter Maderer

Der Gralla Weiher ist mit seiner idyllischen Lage ein wahrer Augenschmaus. Geübte Angler haben hier große Chancen auf einen Kapitalen. © Walter Maderer

Bezirk Leibnitz
Nicht sehr weit vom Roman Gallin See entfernt, kann ein 15 Hektar großer Baggersee um 150 Euro befischt werden – allerdings pro Woche! Von einer Entnahme ist auch hier nichts verzeichnet. Der Fischbestand wird mit geringer Karpfendichte angegeben, dafür sollen es aber einzigartige Exemplare sein. Demgegenüber wird mit einem hohen Wels-Bestand geworben. Zahlreiche fischschonende Auflagen sind dringend einzuhalten.
Mit 99 Euro pro Jahr scheint eine Fischereilizenz für die Mur, südlich von Wildon recht günstig, sofern die vorwiegende Stauraum-Charakteristik nicht stört. Die Lizenz beinhaltet noch einige kleinere Nebengewässer.
Bei einem Anbieter haben Angler die Möglichkeit etwa 50 Kilometer Fließstrecke an Sulm, Laßnitz und Mur, einigen Lahnen, Bächen und einem Mühlkanal zu befischen, dies um 315 Euro pro Jahr. Dieses Angebot beinhaltet auch eine Fliegenstrecke. Erlaubt sind bis zu zwei Ruten.

In eigener Sache
Wir haben uns als Verein selbst das Ziel gesteckt, unseren Mitgliedern vielfältige und kostengünstige Angelmöglichkeiten zur Verfügung stellen zu können. Die Möglichkeiten beim AFV-Graz sind dabei sehr groß und die Höhe der Lizenzpreise richtet sich dabei nicht nach Gewinnorientierung. Als gemeinnütziger Verein streben wir ausschließlich eine Kostendeckung an.
Wenn wir also den Preis unserer Lizenzen mit der Leistung, also unseren fischereilichen Angeboten, in Relation setzen, sehen wir einem Vergleich über unsere Vereinsgrenzen hinaus gelassen entgegen und freuen uns über das Vertrauen unserer Mitglieder, sowie dem Interesse jener, die sich uns anschließen wollen.

2 Kommentare

  1. Franz Mayer 1. Oktober 2016
    • Markus 2. Oktober 2016

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