Murkraftwerk Graz – Komitee fordert: Fakten auf den Tisch

NGOs, Grazer Initiativen und ExpertInnen haben nun einen offenen Brief zum Murkraftwerk Graz an die EntscheidungsträgerInnen aus Politik und Wirtschaft gerichtet.

Die UnterzeichnerInnen fordern basierend auf der Grundlage des Briefes eine komplette Neubewertung des Projektes von den Verantwortlichen.

Folgende Fakten veranlassen die unterzeichnenden Organisationen zu diesem offenen Brief:

  • Das Kraftwerksprojekt ist unwirtschaftlich und stellt eine Fehlinvestition dar. Die Unwirtschaftlichkeit ist gutachterlich nachgewiesen.
  • Es drohen hohe zusätzliche und derzeit nicht abschätzbare Kosten. Dazu zählen Kosten in Folge von Grundwasserveränderungen, Deponie-Altlastenaktivierungen, Komplikationen während der Bauarbeiten und die Erfüllung der Auflagen durch das UVP-Verfahren.
  • Die Umweltverschlechterungen für den Lebensraum Mur sind gravierend. Die UVP hat zahlreiche Umweltverschlechterungen bestätigt; der Bau des Kraftwerks konnte nur durch eine lange Reihe an Ausnahmegenehmigungen legitimiert werden.
  • Die geplante Staustufe widerspricht klar den raumordnungsrelevanten Beschlüssen und Festlegungen der Stadt Graz. In diesen Beschlüssen wird eine ungestört strömende frische Mur als stadtmorphologische Besonderheit geschützt.
  • Der mehr als 80 Millionen teure „Zentrale Speicherkanal“ mit jährlichen Betriebskosten von einer halben Million Euro ist ohne Kraftwerk rechtlich nicht notwendig. Diese technische Fehlinvestition blockiert nachhaltige langfristige Abwasserstrategien und führt zu einer markanten Schuldenerhöhung der Stadt Graz.
  • Der Stadtraum verliert mehrere tausend stadtökologisch und stadtklimatisch relevante Großbäume und viele tausende Sträucher und Jungbäume. Dieser nicht kompensierbare innerstädtische Baumverlust sucht in Europa seinesgleichen. Die Baumverluste durch Stuttgart-21 stellen sich im Vergleich harmlos dar. Das dazu notwendige Motorsägenmassaker wird die Bevölkerung zutiefst erschüttern.
  • Die Dammausbildungen und der Verlust der Uferböschungen verursachen neben dem innerstädtischen Grünraumverlust den Untergang von zusammenhängenden Standorten für Großbäume.
  • Die Information der Öffentlichkeit und der Politik erfolgte und erfolgt mit irreführenden Bildern und Darstellungen. Die Projektwerberin hat mit Darstellungen von Baumbeständen, die es mit dem Projekt NIE mehr geben kann, ein verzerrtes Bild des Projektes gezeichnet
Screenshot Offener Brief Murkraftwerk

Der Screenshot aus dem Brief zeigt die beabsichtigte Falschinformation der Bürger mittels irreführender Computer-Visualisierungen.

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