Murkraftwerk Graz – Und täglich grüßt das Murmeltier

Murkraftwerk Graz-Puntigam: Erneut setzt sich der Grazer Bürgermeister Nagl für dieses höchst umstrittene Projekt ein.

Wieder setzt sich Bürgermeister Nagl für das Murkraftwerk ein.

Wieder setzt sich Bürgermeister Nagl für das Murkraftwerk ein. Screenshot von: kleinezeitung.at

Charmant lächelnd gibt sich der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl auf einer Doppelseite der gestrigen (24. Jänner 2016) Ausgabe der Kleinen Zeitung, als er über seine Pläne für Graz 2016 spricht. Und: wie konnte es anders sein, wirft er sich auch diesmal wieder für das umstrittene Kraftwerksprojekt der Energie Steiermark ins Zeug. So spricht er davon, dass die Mur derzeit die Stadt trenne und nur dieses Kraftwerk die einzige Möglichkeit wäre, die Stadt zu verbinden. Da stellt sich nun doch die Frage, welches Kraftwerk denn eine Stadt und vor allem „wie“ verbinden könnte – außer einem Übergang von einem Ufer zum anderen, was aber an der geplanten Stelle in Puntigam sowieso durch eine Füßganger-Brücke (Puch-Steg) und die Puntigamer-Brücke gewährleistet ist.

Meinungsänderung zum Murkraftwerk

Wagen wir an dieser Stelle einen kurzen Blick zurück, um zu sehen, wie sich Meinungen ändern können.
Nun war es im Jahr 2008 genau dieser Herr Nagl, der im Gespräch mit dem ORF hart ins Gericht ging mit den Energieversorgern. So wurde er zitiert: „In Österreich und der Steiermark gibt es keine Energiepolitik mehr, sondern nur ein Energie-Management. Statt in nachhaltige Energie zu investieren, wird nur überlegt, wo man neue Kraftwerke hinbauen könnte, um Geld zu verdienen.“ Zum Original-Text auf orf.at.

2008: Nagl übt harte Kritik an Kraftwerks-Betreibern.

2008: Nagl übt harte Kritik an Kraftwerks-Betreibern.

Auch war es genau dieser Siegfried Nagl, der sich 2007, im Rahmen einer wissenschaftlichen Elektro-Befischung der Universität für Bodenkultur (BOKU) mit einem kapitalen Huchen pressewirksam fotografieren ließ und betonte: „Der Lebensraum dieses wunderschönen Fisches muss in Graz erhalten bleiben!“ Seit geraumer Zeit aber, tut er alles in seiner politischen Macht stehende, um genau diesen Lebensraum den Kraftwerksplänen – die mittlerweile nicht nur als ökologisches, sondern sogar als ökonomisches Desaster durch eine Studie (Link!) bestätigt wurden – zu opfern.

Siegfried Nagl mit Huchen

2007: Siegfried Nagl posiert pressewirksam mit einem Huchen – dem König der Mur. Zitat: „Der Lebensraum dieses wunderschönen Fisches muss in Graz erhalten bleiben!“ Screenshot von: www.rettetdiemur.at

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