Hetze? Tierschützer schießen scharf gegen Angler!

Hetze? Wenn sich ahnungslose Massenmedien plötzlich auf das Thema Fischerei und Angeln stürzen, dann kann dies nur eines bedeuten: Es ist etwas im Busch.

Genau so etwas ist auch dieser Tage in Graz im Busch. Nämlich jener Umstand, dass sich eine lokale Tageszeitung nach dem Fangfoto des Steirers Marco Wagner urplötzlich des Themas Angeln annahm und – mit kräftiger Unterstützung einer angeblichen „Fisch-Expertin“ – eine Salve Bullshit und Hass in Richtung aller Angler feuerte.

Angler-Bashing nahe der Hetze: Angler sind Tierquäler.

Angler-Bashing nahe der Hetze: Angler sind Tierquäler.

 

Hergang: Marco Wagner, der durch Gag & Humor-Videos auf Facebook einen gewissen Bekanntheitsgrad genießt, postete ebendort ein Fangfoto. Dies tat er nicht zum ersten Mal, sondern passiert seit vielen Jahren. Aus dem Nichts sprang die Kleine Zeitung, die ja auch als verlängerter medialer Arm eines umstrittenen Wasserkraftprojektes in den letzten Jahren stark in der Kritik stand, auf dieses „Sommerlochthema“ auf. Was folgte war ein Artikel, der Anglern hierzulande als tierquälende und mordende Subjekte hinstellt, allen voran eben Marco Wagner. Grund für eine Analyse und Entgegnung:

  1. Es wird im Artikel von einem „Trend im Netz“ gesprochen, nach dem „die Fisch-Fotos in den den sozialen Medien derzeit weltweit um sich greifen“. Nundenn, Fangfotos gibt es seit Anbeginn der Fotografie. Spätestens seit das Internet in die Breite ging, waren derlei Fotos auch dort zu finden. Also sprechen wir hier wirklich von einem „Trend im Netz“? Come on… #stopclickbait
  2. Den Worten des Redakteurs zufolge (Anm.: Der Beitrag wurde freilich ohne Namenskennung veröffentlicht. Es kann sich jeder selbst Gedanken über die Gründe dafür machen 😉 ), meldeten sich „zahlreiche User mit empörten Reaktionen“ zum Fangfoto. Jeder, der weiß, wie in Redaktionen gearbeitet wird, erkennt schnell, dass dies lediglich eines bedeutet: Es hat auf Facebook ein paar Kommentare dazu gegeben und die blasen wir auf. Journalistische Sorgfalt und so.
  3. Interessanterweise kommt dieser Beitrag justament nur wenige Tage nach einem ebenso in der Kleinen Zeitung veröffentlichten Beitrag, in dem Angler als Fischretter bezeichnet wurden, weil sie nach einem Fischsterben mit vollem Einsatz versuchten, die noch lebenden Fische aus den Lacken zu retten. Angler als Helden? Geht gar nicht! Darf es nicht geben! Vor allem nicht, wenn genau diese Angler doch Widerstand gegen ein Kraftwerksprojekt bedeuten. Jenes Projekt, das seit Jahren von medialer Seite unterstützt, anstatt der intransparenten Geldflüsse von mehr als 100 Millionen Euro wegen, kritisch hinterfragt oder gar untersucht wird. Da könnte man doch Zusammenhänge erkennen, auch ohne Aluhut und Chemtrails.
  4. Kommen wir zur „Fisch-Expertin“ und dem Aktiven Tierschutz, Arche Noah. Gleich vorweg, aktiv ist dort gar nichts. Zumindest nichts, was mit Fischen oder Bedrohungen jener zu tun hat. In den letzten Jahren wurde nämlich genau jener Aktive Tierschutz immer wieder (auch von mir) kontaktiert, wenn es irgendwo zu Gefahrensituationen für Fische kam.
    1. So konnte ich im Frühling 2010 zahlreiche tote Fische in den Teichen der Eustacchio-Gründe in St. Peter sichten. Es folgte ein Anruf beim Aktiven Tierschutz. Reaktion: „Die sind eh schon tot, da können wir nichts machen.“ Erst nach mehreren Anrufen bei der Stadt Graz wurde Gehör gefunden und es wurde eine Untersuchung versprochen.
    2. Sommer 2016: Durch eine Stauraumspülung des Wasserkraftwerks Gössendorf kam es zu einem Fischsterben (Zum Beitrag mit Videos und Fotos). Auch hier Anruf bei allen bekannten Institutionen inklusive Aktiver Tierschutz. Einzige Antwort auf die Problemschilderung: „Ja und was sollen wir da jetzt tun?“ Danke für NICHTS!
      So kraxelte ich mit 2 Spaziergängerinnen (die dieses Fischleid auch nicht mitansehen konnten) in der wasserlosen Fischaufstiegshilfe des Kraftwerks Gössendorf herum und wir versuchten mit bloßen Händen jene in den Pfützen dem Tod geweihten Fische zu retten. Videos davon? Gerne! https://www.facebook.com/DerAngelhaken/videos/1759507404263783/

      Vom Aktiven Tierschutz weit und breit nichts zu sehen.

    3. Fischrettungsaktion Mühlgang: Seit Jahrzehnten wird der Grazer Mühlgang jährlich wegen Revisionsarbeiten komplett entleert. Hunderttausende Fische sind dem Tod geweiht. Aber, jedes Jahr engagieren sich hunderte Angler vom AFV Graz in Eigenregie und deren Freizeit auf eigene Kosten, um diese Fische zu retten. Es ist mehrtägige Knochenarbeit, bei der – oh Wunder – der Aktive Tierschutz durch Abwesenheit und Nicht-Beteiligung glänzt. Unterstützung Fehlanzeige!
      Ein Blick hinter diese Links zu dieser riesigen Fischrettungsaktion könnte neue Perspektiven schaffen: Zu den Beiträgen
    4. Widerstand gegen das Murkraftwerk, das den Tod von Millionen Tieren am und im Wasser zur Folge hat: Den Aktiven Tierschutz interessiert es Nüsse! Er ist nicht einmal im unterstützenden Kreis der Plattform rettetdiemur.at. Nochmals: Obwohl hier Millionen Tiere den Tod finden!
    5. Auch wurden in den letzten Jahren auf Facebook immer wieder Anfragen gestellt, warum man denn nichts über Fische zu sehen oder lesen bekäme, vor allem nicht in der vereinseigenen Zeitschrift, die an die Mitglieder versandt wird. Jede einzelne Anfrage, sei es als Kommentar, Posting oder Direktnachricht wurde nicht beantwortet und meist binnen kürzester Zeit gelöscht.

Zusammengefasst spiegelt der Aktive Tierschutz genau jenes wieder, was – neben Wasserkraftwerken und Prädatoren – die größte Gefahr für die aquatische Lebewelt ist: Tierschutz endet noch immer an der Wasseroberfläche!
Daher ist es umso wichtiger, dass sich gerade Angler um das Wohl der Fische sorgen. Von einem inaktiven Aktiven Tierschutz mit hetzenden Fisch-Expertinnen kann man Tierschutz unter der Wasseroberfläche wohl nicht erwarten. Schenkt man den seit Jahren kursierenden Gerüchten Glauben, liegen die Prioritäten wohl bei Wauzis und Mutzis sowie im Besuch alleinstehender Frauen älteren Semesters, die daraufhin brav für den Verein spenden. Standesgemäß wird im Jaguar vorgefahren.

Aber reichen wir einander doch die Hand: Liebe Frau Fisch-Expertin Angelika Nistl-Janssen, lieber (unbekannter) Kleine Zeitung Redakteur! Sie sind an dieser Stelle herzlich eingeladen, an der heurigen Fischrettung im Grazer Mühlgang aktiv teilzunehmen. Vielleicht lernen Sie ja noch etwas über Angler und Tierschutz unterhalb der Wasseroberfläche. Melden Sie sich gerne bei uns, wir freuen uns. Ehrlich!

@ Marco Wagner: Diese Einladung zur Teilnahme an einer der größten Fischrettungsaktionen des Landes richtet sich auch an dich, falls du Bock hast 😉

redaktion@derangelhaken.at

Ein Kommentar

  1. "Fiume" ein Fischschützer und Liebhaber 6. Juni 2017

Kommentiere diesen Beitrag

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *