Zwischen den Zeilen der Fischereiordnung

In der Fischerei-Saison 2015 gab es verhältnismäßig viele Verstöße gegen die Fischereiordnung. Deshalb nun ein weiterer Versuch, Unklarheiten bei der Auslegung jener zu beseitigen. Für Vereinsmitglieder als offizielle Mitteilung bestimmt. von Walter Maderer (maderer@derangelhaken.at)

Das Wichtigste vorweg: Für alle Lizenznehmer gilt, dass jede Übertretung der Fischereiordnung an die vereinseigene Disziplinarkommission weitergeleitet wird – unabhängig von persönlichen Verhältnissen zu Funktionären! Eine andere Vorgangsweise ist laut der Statuten gar nicht zulässig. Folglich ist es zwecklos, im Falle einer entzogenen Lizenz beim Vereinsvorstand oder anderer Stelle zu intervenieren. Meist erfolgen Übertretungen der Fischereiordnung aber aus Unkenntnis. Deshalb befassen wir uns in dieser Ausgabe mit dem Kapitel F) Besondere Bestimmungen

1. Mur Reviere (Nord / Graz / Süd)
In den Monaten Oktober und November ist das Fischen auf sowie die Entnahme von Aalrutten bis 21:00 Uhr gestattet.

Mit der Verlängerung der Fischereizeiten wurde mehrfachen Anträgen der Aalrutten-Fischer Rechnung getragen. Spezialisten wissen, Aalrutten lassen sich eher bei trübem Wasser oder Dunkelheit fangen. Beachtet werden muss, dass in dieser „Überzeit“ – Oktober von 20-21 Uhr und November von 18-21 Uhr – ausschließlich auf Aalrutten gefischt und nur diese entnommen werden dürfen. Wer in diesem Zeitfenster mit einem nicht spezifischen Köder fischt bzw. einen anderen Fisch entnimmt, begeht klar eine Übertretung. Beispiele: Fischen mit Huchenzopf oder Trockenfliege. Entnahme von Regenbogenforelle oder Huchen.

1.a) Mur Reviere (Nord / Graz)
In den angeführten Monaten verlängert sich die Fischereizeit wie folgt:
August 5:00 – 22:00 Uhr (entspricht einer Verlängerung um ½ Stunde)
September 5:30 – 21:00 Uhr (entspricht einer Verlängerung um 1 Stunde)
Oktober 6:30 – 20:00 Uhr (entspricht einer Verlängerung um 1 Stunde)
November 6:30 – 18:00 Uhr (entspricht einer Verlängerung um 1 Stunde)
Dezember 7:00 – 17:30 Uhr (entspricht einer Verlängerung um 1 Stunde)

Auf vielfachen Wunsch wurde die allgemeine Fischereizeit in den Revieren Mur-Nord und Mur-Graz verlängert. In dieser Zeit darf selbstverständlich auf alle erlaubten Fischarten gefischt werden und können entsprechende Entnahmen erfolgen.

Aalrutten sind besonders in der Dunkelheit oder bei trübem Wasser aktiv. © Gert Richter

Aalrutten sind besonders in der Dunkelheit oder bei trübem Wasser aktiv. © Gert Richter





2. Mur Nord; Restwasserstrecke Peggau: Diese erstreckt sich vom Auslauf des Kronenwehr-(Zellhofwehr) Tumpfes bis zur Betonschwelle (Brücke) beim AHP KW Peggau. In diesem Bereich ist:
· vom 01.01. bis 30.04. das Fischen ausnahmslos verboten,
· das Fischen nur mit der Fliegenrute gestattet. Als Köder sind nur Trockenfliege, Nassfliege, Nymphe und Streamer erlaubt, diese dürfen nicht mit Schwimmern, Wasserkugeln etc. ausgebracht werden.

Hier wurde dem Wunsch der Fliegenfischer – mit 47 Prozent immerhin eine beachtliche Gruppe im Verein – entsprochen und ein Gewässerabschnitt ausschließlich für das Fliegenfischen ausgewiesen. Angesichts der vielen Kilometer Fließgewässer eigentlich nur ein verschwindend kleiner Anteil.

3. Mur Nord; Restwasserstrecke Gratkorn: Diese erstreckt sich vom Auslauf des Gratkorner
Wehrtumpfes bis zum Zusammenfluss der Restwasserstrecke mit den Mur-Hauptfluss. In diesem Bereich ist:
· vom 01.01. bis 30.04. das Fischen ausnahmslos verboten.

Während der Laichaktivitäten der Salmoniden bleiben die beiden Restwasserstrecken in der Mur für die Fischerei auch weiterhin gesperrt. Der Zukunft und dem Bestand zuliebe.

4. Revier Kainach:
Im Revier Kainach 1 ist das Fischen nur mit Fliegenrute gestattet. Als Köder sind nur Trockenfliege, Nassfliege, Nymphe und Streamer erlaubt, diese dürfen nicht mit Schwimmern, Wasserkugeln etc. ausgebracht werden.
Im Revier Kainach 2 sind alle durch diese Fischereiordnung erlaubten Fangmethoden zulässig. Ab 16.09. des jeweiligen Jahres (Bachforellenschonzeit) sind im Revier Kainach 2 allerdings nur mehr Kunstköder (Fliege, Spinner, Blinker etc.) gestattet. Die Verwendung von groben Werkzeugen wie Rachensperren, Aalzangen, Installateurzangen etc., sowie von Setzkeschern ist nicht gestattet.

Dem Wunsch nach einer Fliegenstrecke wurde auch hier entsprochen. Die Bachforelle verdient während der Schonzeit besonderen Schutz. Das Fischen mit Kunstködern ist erfahrungsgemäß schonender als Wurm & Co und erhöht die Überlebens-Chancen einer in der Schonzeit gefangenen Bachforelle. Sensible Salmonidengewässer erfordern höchst schonenden Umgang, weshalb hier nochmals auf Verwendung von geeignetem Gerät hingewiesen wird. Die Verwendung von Setzkeschern in Fließgewässern ist ohnehin diskussionsunwürdig.

Fast alle Vereinsmitglieder des AFV-Graz brauchen keine Belehrung, da sie sehr sorgsam mit dem Fischbestand umgehen und sich der Fischereiordnung entsprechend verhalten. Den wenigen, die es nicht so genau nehmen, sei ans Herz gelegt sich mit den Verhaltensregeln im AFV-Graz vertraut zu machen. Damit die Fischerei das bleibt, was sie für viele von uns sein soll: unsere liebste Beschäftigung.

Revier Kainach II: Ab 16. September nur mehr mit Kunstköder zu befischen © Gert Richter

Revier Kainach II: Ab 16. September nur mehr mit Kunstköder zu befischen
© Gert Richter

Kommentiere diesen Beitrag

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.