Wer den Fisch des Jahres 2021 – die Äsche – beschreibt, kommt leicht ins Schwärmen: Ihr Beiname „Graue Eminenz“ – wohl in Anspielung auf ihre aschgraue Grundfarbe und ihre herausragende Eleganz – ist nur ein Ausdruck unserer Bewunderung. 

Leider steht es um die Bestände dieser schillernden Schönheit mit dem auffälligen Laichkleid nicht gut! Die Rote Liste der Fische Österreichs aus dem Jahr 2007 führte die Äsche als gefährdet; und das Risiko, dass in Österreich die Art mittel- bis langfristig aussterben könnte, ist nach wie vor groß. Vielerorts hat sich die Situation sogar verschärft! 

Als Ursachen werden vor allem Defizite in der Ausstattung ihres Lebensraumes sowie die Fragmentierung desselben, aber auch der Fressdruck von fischfressenden Wasservögeln – wie Kormoran und Gänsesäger – und freilich auch Fischotter, und die Erwärmung der Gewässer, als Folge des Klimawandels, diskutiert. Für die Larven- und Jungfischstadien wirkt sich insbesondere der Schwallbetrieb von Wasserkraftwerken verheerend aus. 

Die Anpassungen der Fischereiordnungen für Äschen-Reviere – mehr und mehr Bewirtschafter sehen eine ganzjährige Schonung der Art vor – reichen bei weitem nicht aus, um die Bestandseinbrüche zu dämpfen. Nur dort, wo ein ganzes Bündel an Maßnahmen zum Erhalt und Schutz dieser sensiblen Art gesetzt wurden, scheinen sich die Äschen-Bestände zu erholen. Bleibt zu hoffen, dass weitere Maßnahmen folgen! 

Mit der Ernennung zum Fisch des Jahres möchten der Österreichische Fischereiverband und die Landesfischereiverbände, unter Mitwirkung des Bundesamtes für Wasserwirtschaft und des Österreichischen Kuratoriums für Fischerei, die jeweilige Art und dessen Lebensraum ins allgemeine Bewusstsein bringen. Nebst der traditionellen fischereilichen Bedeutung soll vor allem auf die aktuelle Bedrohung der Art und auf die Gefährdung seines Lebensraums hingewiesen werden. 

Quelle: Landesfischereiverband Steiermark

2 Kommentare
  1. Leslie Leonard Lane sagte:

    Vor dreißig Jahren gingen wir Äschen fischen in der Drau.
    Oberhalb von Spittal war das Wasser noch sauber.
    Jetzt gibt es keine mehr.
    Die vielen Dämme verhindern die Fische daran ihre Laichplätze zu erreichen.
    Wasserkraftwerke vor Umweltschutz.

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    • Markus sagte:

      Ja, vor allem der Flussverbau ist das wahrscheinlich größte Problem. Europaweit. In Amerika ist man da schon einen Schritt weiter, hier werden laufend Dämme abgerissen und den Flüssen wieder ihr ursprünglicher Charakter wiedergegeben.

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