Große mediale Wellen schlug jene Hechtattacke, die kürzlich einen 7-jährigen Jungen in der Pielachtaler Sehnsucht verletzte.
Ausführlicher Bericht HIER

Nach der Entscheidung des lokalen Bürgermeisters Arthur Rasch, alle Großhechte aus dem Badegewässer herauszufangen und in ein Privatgewässer umzusiedeln, wurde es aber etwas ruhig um den Fall. Nun aber wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Die Eltern des verletzten Jungen erheben nun tatsächlich Anspruch auf Schmerzensgeld, wie der ORF auf seiner Webseite heute berichtet.

Der Anwalt der Familie (Michael Hofbauer) spricht von „schmerzhaften Folgen“, ja selbst eine kosmetische Operation stünde dem Kind noch bevor.

Bei all dem aufrichtigen Mitgefühl für den Jungen – nach unzähligen Bekanntschaften meiner Hände mit den Zähnen von Hechten aller Größen, weiß ich ob der Schmerzen durchaus Bescheid – stellt sich hier nur eine Frage: Was soll das?

Der Übeltäter - von solch einem Fisch wurde der 7-Jährige gebissen. Foto © Der Angelhaken/Gert Richter

Der Übeltäter – von solch einem Fisch wurde der 7-Jährige gebissen.
Foto © Der Angelhaken/Gert Richter

Steuern wir hier in Österreich auch schon amerikanische Verhältnisse an, aufgrund derer in Gebrauchsanleitungen von Mikrowellen steht, dass man keinesfalls sein Haustier darin trocknen darf? Auf der Homepage der Gemeinde Hofstetten-Grünau jedenfalls wird der naturnahe Badespaß ausführlich beschrieben. Ja sogar der Hinweis auf Fische wurde angeführt. Insofern hätte man sich vor dem Besuch der Anlage auch darüber informieren können.

Lassen wir uns kurz auf ein Gedanken-Experiment ein. Nehmen wir an, der Junge wäre nicht in der Pielachtaler-Sehnsucht ins Wasser gegangen, sondern in der nur einen Steinwurf entfernten Pielach selbst. Nun ist die Pielach zwar nicht für ihren Hechtbestand berühmt, vereinzelt sind diese aber sicher auch anzutreffen. Was wäre, wenn der Junge dort gebissen worden wäre, gerade einmal 20 Meter weiter. Bei wem würden die Eltern dann Schmerzensgeld einfordern? Würden sie dies überhaupt? Vermutlich nicht. Aber im Fall der Pielachtaler-Sehnsucht ist es wohl ein Leichtes, hier gibt es schließlich direkt einen Ansprechpartner, der leicht heranzuziehen ist. Information und Eigenverantwortung hin oder her.

Unterm Strich sollte sich jeder sein eigenes Bild über diesen Fall machen. Ich persönlich hoffe für den Jungen nur das Allerbeste! Dass er schnell und schadlos gesundet und durch diesen Vorfall oder der etwaig rechtlichen Folgen wegen den Bezug zur Natur und den Tieren niemals verliert.

Offen bleibt das Thema Eigenverantwortung. Vielleicht braucht es ja wirklich früher oder später einen „Elternführerschein“…

2 Kommentare
  1. Neo sagte:

    Unfassbar wie dumm die Menschheit ist… dies ist ein fisch es ist schon oft vorgekommen das menschen oder Tiere gebissen werden aber es ist ein Hecht ! kein piranhia der nicht aufhört wenn der kleine ihm vorm maul hergewschommen ist hat er nur sein Revier verteidigt Schmerzensgeld und alles fangen ist krank die armen fische tun mir mehr Leid wie der junge! mal ganz ehrlich

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  2. Peter Kalman sagte:

    Das wir Menschen heute auch immer auf der Suche nach Schuldigen sein müssen und uns offenbar immer mehr das Verständnis für „schicksalshafte“ Abläufe abhanden kommt… Es kann halt nicht immer irgendwer etwas dafür, auch wenn uns das geschäftstüchtige Anwälte gerne weismachen wollen – und in diesem Fall ist vermutlich Geld ein grosser Motivator. Sonst gibt man sich ja als denkender Mensch nicht für so etwas her…

                                                                   

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